Qualzucht – Aufklärung statt Verurteilung
Ich liebe meinen Hund. Und trotzdem würde ich mich heute nicht noch einmal für seine Rasse entscheiden.
Cooper ist eine Französische Bulldogge – und selbst von den Folgen der Qualzucht betroffen. Mehrere Operationen, Atemprobleme, chronische Augenprobleme, Allergien und Probleme mit der Wirbelsäule gehören zu unserem Leben.
Ich sehe jeden Tag, welchen Preis er für die Zucht auf ein bestimmtes Aussehen bezahlen muss.
Genau deshalb ist mir dieses Thema so wichtig.
Mein Wunsch ist klar: Ich möchte dazu beitragen, dass zukünftig weniger Hunde mit vermeidbaren gesundheitlichen Einschränkungen geboren werden.
Dabei geht es mir nicht darum, Menschen zu verurteilen, die bereits einen solchen Hund haben. Auch ich habe mich einmal für Cooper entschieden, ohne zu wissen, was diese Entscheidung später für ihn bedeuten würde.
Heute weiß ich mehr. Und deshalb möchte ich aufklären.
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Von Qualzucht spricht man, wenn bestimmte Zuchtmerkmale mit Schmerzen, Leiden, gesundheitlichen Schäden oder erheblichen Einschränkungen für die betroffenen Tiere verbunden sind.
Das können beispielsweise extrem kurze Schnauzen, übermäßige Hautfalten, extreme Körpergrößen oder andere bewusst verstärkte körperliche Merkmale sein.
Die Folgen können unter anderem Atemprobleme, Erkrankungen der Augen und Haut, Probleme des Bewegungsapparates oder neurologische Beschwerden sein.
Ein bestimmtes Aussehen darf für mich niemals wichtiger sein als die Gesundheit und Lebensqualität eines Hundes.
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Qualzucht betrifft nicht ausschließlich Französische Bulldoggen oder Möpse.
Bestimmte gesundheitlich problematische Zuchtmerkmale können beispielsweise vorkommen bei:
Französischen und Englischen Bulldoggen
Möpsen
Shar Peis
Dackeln
verschiedenen Toy- und Zwergrassen
Riesenrassen
Entscheidend ist nicht allein der Name einer Rasse, sondern welche Merkmale gezielt gezüchtet werden und welche gesundheitlichen Folgen diese für den Hund haben.
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Dann geht es nicht um Schuld.
Dein Hund ist da. Du liebst ihn. Und er verdient die bestmögliche Unterstützung und Lebensqualität.
Informiere dich über die gesundheitlichen Besonderheiten deines Hundes, nimm Einschränkungen ernst und lass gesundheitliche Probleme tierärztlich abklären.
Auch Verhalten und Gesundheit hängen eng zusammen. Schmerzen, Atemprobleme oder körperliche Einschränkungen können beeinflussen, wie ein Hund seinen Alltag erlebt und wie er auf bestimmte Situationen reagiert.
Es geht nicht darum, sich für eine vergangene Entscheidung zu verurteilen.
Es geht darum, mit dem Wissen von heute die bestmöglichen Entscheidungen für seinen Hund zu treffen.
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Dann informiere dich vorher – nicht erst, wenn der Hund bereits bei dir lebt.
Schau nicht nur darauf, welche Rasse dir optisch gefällt. Beschäftige dich mit Gesundheit, Körperbau, genetischen Risiken, ursprünglicher Verwendung und den Bedürfnissen des Hundes.
Und hinterfrage Aussagen wie „gesund gezüchtet“ oder „freiatmend“ kritisch.
Wenn körperliche Merkmale einer Rasse mit erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen verbunden sind, wünsche ich mir, dass wir als zukünftige Hundehalter den Mut haben, uns dagegen zu entscheiden.
Denn unsere Kaufentscheidung beeinflusst die Nachfrage – und damit auch, welche Hunde zukünftig gezüchtet werden.
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Cooper wurde bereits mehrfach an Gaumensegel und Nase operiert. Dazu kommen chronische Augenprobleme, Allergien, eine ständig trockene Nase und Keilwirbel.
Und trotzdem ist er ein unglaublich fröhlicher, herzlicher Hund.
Ich liebe Cooper über alles. Aber sein Leid zu sehen, tut weh.
Genau deshalb kann ich heute auch ehrlich sagen:
Ich würde diese Entscheidung nicht noch einmal treffen.
Nicht, weil ich Cooper nicht wiederhaben wollen würde. Sondern weil ich keinem Hund wünsche, mit vermeidbaren gesundheitlichen Einschränkungen leben zu müssen.
Warum mir Aufklärung so wichtig ist
Ich bin überzeugt: Die wenigsten Menschen würden sich bewusst für einen Hund entscheiden, wenn sie vorher wüssten, welches Leid bestimmte Zuchtmerkmale für ihn bedeuten können.
Niemand möchte seinen eigenen Hund leiden sehen. Ihn nach Luft ringen sehen. Zusehen, wie Schmerzen Spaziergänge immer kürzer und seine Welt immer kleiner machen. Oder erleben, wie die Sehkraft nachlässt und man danebensteht und weiß, dass man vieles davon nicht rückgängig machen kann.
Ich weiß heute, was Qualzucht im Alltag bedeuten kann – weil ich es mit Cooper selbst erlebe.
Ich liebe meinen Hund über alles. Und trotzdem – oder gerade deshalb – kann ich heute sagen: Ich würde mich nicht noch einmal für diese Rasse entscheiden. Nicht, weil ich Cooper nicht wiederhaben wollen würde, sondern weil es mir das Herz zerreißt, seine Einschränkungen zu sehen.
Dabei geht es mir nicht darum, Menschen zu verurteilen, die bereits einen solchen Hund haben. Auch ich war einmal die Person, die es nicht besser wusste. Aber nicht verurteilen bedeutet für mich auch nicht, die Augen davor zu verschließen.
Wenn wir uns für einen solchen Hund entschieden haben, tragen wir Verantwortung für ihn. Auch dann, wenn wir beim Kauf nicht wussten, was später auf uns zukommen kann. Unsere Hunde können nichts dafür, wie sie gezüchtet wurden. Sie verdienen, dass wir ihre Einschränkungen ernst nehmen, notwendige Untersuchungen und Behandlungen ermöglichen und unseren Alltag an ihre Bedürfnisse anpassen – auch wenn das Zeit, Geld und manchmal viel Kraft kostet.
Wir können unsere Entscheidung von damals nicht rückgängig machen. Aber wir können Verantwortung dafür übernehmen, wie wir heute damit umgehen.
Gleichzeitig können wir etwas für die Hunde verändern, die noch nicht geboren wurden. Es gibt Bemühungen, betroffene Rassen wieder gesünder zu züchten. Doch extreme körperliche Merkmale und ihre gesundheitlichen Folgen verschwinden nicht von heute auf morgen.
Deshalb wünsche ich mir, dass zukünftige Hundehalter genau hinschauen, sich informieren und kritisch hinterfragen, bevor sie sich für einen Hund entscheiden.
Ich wünsche mir, dass niemand denselben Fehler macht wie ich damals.
Liebt die Hunde, die bereits da sind. Übernehmt Verantwortung für sie und gebt ihnen die bestmögliche Lebensqualität. Aber helft gleichzeitig mit, dass zukünftig weniger Hunde mit vermeidbarem Leid geboren werden.
Aufklärung bedeutet für mich nicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Sie bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, aus dem Wissen von heute zu lernen und morgen bessere Entscheidungen zu treffen.
Eure Maria

