Wir müssen reden

Jeden Tag schaue ich diesem süßen Knopf in die Augen.

Meinem Seelenhund.

Dem Hund, der mich durch so viele Lebensphasen begleitet hat. Der immer an meiner Seite war – leise, treu und selbstverständlich.

Und trotzdem gibt es etwas, das ich für ihn nicht lösen kann.

Als Hundetrainerin arbeite ich täglich daran, Lösungen zu finden: Verhalten verstehen, Probleme verändern, Lebensqualität verbessern. Viele Dinge lassen sich mit Geduld, Training und Wissen beeinflussen.

Doch manchmal liegen die Grenzen nicht im Training.

Manchmal liegen sie im Körper des Hundes.

Alles würde ich geben, um ihm auch nur für einen einzigen Tag seine Einschränkungen abnehmen zu können.

Einen Tag ohne dieses ständige Röcheln.

Einen Tag ruhig schlafen, ohne nach Luft zu ringen.

Einen Tag die Welt klar sehen – ohne den Schleier vor seinen Augen.

Diese Hunde sind unglaublich besondere Begleiter. Gerade deshalb fällt es mir nicht leicht, über dieses Thema zu sprechen.

Denn Aufklärung über Qualzucht richtet sich nicht gegen die Hunde. Und auch nicht gegen Menschen, die ihre Hunde lieben.

Aber wir müssen uns eine ehrliche Frage stellen:

Solange die Nachfrage nach solchen Rassen besteht, wird auch weiter gezüchtet.

Wenn wir wirklich etwas für diese Hunde verändern wollen, beginnt es bei einer Entscheidung:

solche Hunde nicht mehr zu kaufen.

Nicht aus Ablehnung gegenüber den Tieren –

sondern aus Verantwortung für ihr zukünftiges Leben.

Nicht aus Kritik an einzelnen Menschen.

Sondern aus Liebe zu den Hunden.

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